| |
perfektionismus macht krank.
alles was von anfang bis ende 100%ig stimmt, wirkt nach kurzer zeit langweilig, oder? dabei wollen wir doch alle immer perfekt sein. das funktioniert meist sehr unvollständig-und das ist gut so. da bleibt noch raum. ich selbst setze mich mit meinem hang zum perfektionismus extrem unter druck. niemand erwartet so viel von mir, wie ich selbst.
vor ein paar wochen hab ich eine operation durchgeführt, die ich vorher noch nie gemacht hatte. sechs stunden später fühlte ich mich um mehrere kilo leichter, und der ganze druck war weg. dabei hatte mich niemand unter druck gesetzt. natürlich will ich alles so gut wie irgend möglich machen. einige werden sagen 'na ja, du arbeitest ja auch an menschen. da kann man das erwarten.' ja und nein. das ich beim operieren alles gebe, ist völlig klar. es geht allerdings viel leichter, wenn ich mir zugestehe, dass ich nachfragen und um hilfe bitten darf.
gerade die sachen, die nicht funktionieren, ändern deinen blickwinkel und lassen dich neue ideen ausprobieren.perfektionismus ist ein großer totschläger von ideen und träumen. viele ideen werden nie umgesetzt, weil - es wird ja nicht perfekt. oder du wirst nie fertig, weil es für dich kein ende gibt. immer bleibt etwas unvollständig-wie furchtbar. perfektionismus ist eine andere form von angst. angst nicht zu genügen, angst nicht gut genug zu sein. die innere messlatte wird höher und höher gelegt, dass du irgendwann einfach nicht mehr anfängst.
immer denkst du da ist erst noch dieses oder jenes erledigen und dann... die erlaubnis neues auszuprobieren und manchmal vielleicht zu scheitern, kannst du dir nur selbst geben. durch diese 'unebenheiten' wird dein leben voller und interessanter.


|