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morgenseiten-eine langzeitbeziehung


wenn du dich mit kreativität und schreiben beschäftigst, stolperst du früher oder später über julia camerons buch 'der weg des künstlers'. mir gings jedenfalls so. ich habe das gelesen und nicht so richtig daran geglaubt. ich muß immer alles für mich ausprobioeren. also, jeden morgen hinsetzen und drei din a4 seiten schreiben-mit der hand, kein computer.


da war erst mal ein riesiges brett vor meinem kopf und absolute leere und angst. das hat mich am meisten erstaunt. angst wovor, wieso, weshalb...recht bald habe ich entdeckt, das durch dieses einfach so hinschreiben ohne jede ordnung auch gedanken zu papier kommen, die ich nicht zu denken gewagt hatte.


mir gings danach besser. mein tag war leichter. diese schreibpraxis habe ich nie wieder aufgegeben. alle möglichen und unmöglichen unbearbeiteten geschichten kommen ans licht. gott sei dank schön portioniert. ich denke die limitierung der seiten trägt dazu bei, sich nicht zu überladen. wenn das dann 'abgearbeitet' ist, wirst du feststellen, dass es trotzdem nicht langweilig wird. schreiben ist spiegel und katalysator deines lebens.


es gibt ganz seltene tage, da habe ich das gefühl, ich werde geschrieben. jegliche kontrolle meines rationalen hirns ist ausgeschaltet, und meine innere stimme darf unverstellt sprechen. aufhören fühlt sich dann an wie das erwachen aus einem traum.


ich denke das ist auch der sinn dieser übung. sie lockert den festen griff deines geistes und erlaubt deiner seele ans licht zu kommen.

schreiben ist kreativität.

schreiben öffnet.

schreiben macht mein leben bunter.

schreiben macht mein leben klarer.

schreiben ist mein kompass.

schreiben ist hingabe und vertrauen.

schreiben befreit.

schreiben ist leben.


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