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hingabe, loslassen-warum?
kennst du achtsamkeitsmeditationen? das ist die konzentration auf den augenblick, auf das, was du gerade tust. sich in eine tätigkeit versenken, darin untertauchen und die zeit vergehen lassen-einfach so. ich erlebe das oft beim operieren. manchmal empfinde ich dass wie ein- und wieder auftauchen. die zeit dazwischen erscheint wie ein traum-unwirklich, meine hände arbeiten. der antrieb kommt von sonstwoher. mein kopf hat sendepause.
mit der konzentration auf den augenblick kannst du versuchen genau das zu erreichen. die frage ist, warum sollst du dass machen? das leben rauscht an uns vorüber, im geist sind wir entweder bei den gestrigen ereignissen, oder wir leben morgen und übermorgen. was wird aus dem jetzt? auch das morgen wird irgendwann jetzt sein. dann verfliegt der lange herbeigesehnte moment, weil du geistig woanders bist. jetzt leben, jetzt leiden, jetzt lachen, jetzt traurig sein-alles bis zur neige auskosten.
ich weiß nicht, wie du lebst-vorsichtig, ängstlich zögernd oder ohne rücksicht auf verluste. gelingt es dir im hier und jetzt zu sein, dich dem moment hinzugeben, wirst du bemerken, dass dein leben zu fließen beginnt. die ereignisse gehen ineinander über. alles geschieht zwanglos und einfach. zugegeben, mut gehört dazu sich einzulassen, sich hinzugeben. die alternative ist sicherheit, vorhersehbarkeit, taubheit, stillstand.
du hast nur dieses eine leben. da sollte die wahl nicht so schwer fallen, oder?

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